Whistler in British Columbia war 2010 einer der zentralen Schauplätze der Olympischen und Paralympischen Winterspiele von Vancouver. Was viele Austragungsorte nach Großereignissen mühsam konservieren müssen, ist in den kanadischen Coast Mountains selbstverständlich geblieben: Der olympische Geist lebt hier weiter – nicht als Museum, sondern als aktiver Teil der Landschaft, der Infrastruktur und des Alltags. Für Roadtrip-Reisende bedeutet das: Geschichte erleben, ohne auf Abenteuer zu verzichten.

Auf olympischen Spuren durch die Berge
Wer Whistlers olympisches Erbe entdecken möchte, kann das auf eigene Faust tun. Selbstgeführte Touren führen zu den wichtigsten Schauplätzen der Spiele, ergänzt durch Routen wie die Gold Medal Wonder Route, die zentrale Austragungsorte miteinander verbindet. Dabei verschmelzen zwei Zeitebenen: die Winterspiele von 2010 und die neueren Invictus Games 2025, die Whistler erneut ins internationale Rampenlicht rückten.
Ein besonderer Zugang ist „Ski or Ride with an Olympian“: Dabei begleiten ehemalige Olympia-Athletinnen und -Athleten Gäste über die Pisten von Whistler Blackcomb. Die Geschichten aus dem Profisport verbinden sich mit ganz praktischen Tipps – ein Format, das den Leistungssport nahbar macht und gleichzeitig echtes Fahrkönnen vermittelt.

Callaghan Valley: Langlauf, Biathlon und Weite
Etwa 20 Minuten südlich des Ortszentrums liegt das Whistler Olympic Park im Callaghan Valley. Die weitläufige Anlage ist eines der nachhaltigsten Vermächtnisse der Spiele. Mehr als 90 Kilometer präparierte Loipen und Schneeschuhtrails stehen im Winter zur Verfügung, ergänzt durch Wander- und Radwege in den wärmeren Monaten.
Besonders spannend: Besucher können hier selbst Biathlon ausprobieren – inklusive Schießen auf dem Schießstand unter Anleitung. Damit wird eine olympische Disziplin zugänglich, die sonst fast ausschließlich dem Spitzensport vorbehalten ist. Die offene Landschaft, eingerahmt von Bergen und Wäldern, macht den Ort auch für weniger sportlich Ambitionierte reizvoll.

Adrenalin pur im Whistler Sliding Centre
Wer es intensiver mag, findet auf dem Whistler Sliding Centre eines der spektakulärsten Relikte der Spiele. Die Bob- und Rodelbahn auf Blackcomb Mountain zählt zu den schnellsten Eiskanälen der Welt. Internationale Teams trainieren hier regelmäßig – doch auch Besucher können einsteigen.
Whistler ist einer der wenigen Orte weltweit, an denen Gäste mit einem echten Olympia-Bob oder Skeleton-Schlitten fahren dürfen. Die dabei wirkenden Kräfte sind nicht nur körperlich spürbar, sondern hinterlassen auch bleibende Eindrücke. Für Roadtrip-Reisende, die besondere Erlebnisse suchen, ist das Sliding Centre ein absolutes Highlight.

Olympischer Alltag im Dorfzentrum
Nicht alles spielt sich abseits der Straßen ab. Die Whistler Olympic Plaza, einst Ort der nächtlichen Medaillenzeremonien, ist heute Treffpunkt für Einheimische und Gäste. Im Winter wird hier Schlittschuh gelaufen, im Sommer finden Konzerte und Veranstaltungen statt. Die olympischen Ringe und Paralympics-Symbole sind geblieben – als sichtbares Zeichen einer Geschichte, die Teil des Ortes geworden ist.

Ein Ziel für jede Jahreszeit
Whistler zeigt, wie olympische Großereignisse langfristig wirken können: durch nutzbare Infrastruktur, offene Zugänge und eine enge Verbindung von Natur, Sport und Gemeinschaft. Ob im Winter auf Loipen und Eiskanälen oder im Sommer auf Trails und Aussichtsrouten – der olympische Geist ist hier kein bloßer Rückblick, sondern Teil des Erlebnisses.
Für Roadtrip-Reisende ist Whistler damit mehr als nur ein Skiort: Es ist ein Ort, an dem Geschichte gefahren, gelaufen und erlebt werden kann – zu jeder Jahreszeit.
Mehr Infos zu Whistler gibt es hier.

