Hollywood erzählt Geschichten – und macht gleichzeitig Orte zu Sehnsuchtszielen. Eine aktuelle Initiative stellt Oscar-prämierte und -nominierte Filme in den Mittelpunkt, deren Drehorte sich quer durch die Vereinigten Staaten erstrecken.
Der Hintergrund ist klar: Laut dem US-amerikanischen Tourismusverband interessieren sich rund 40 Prozent der potenziellen USA-Reisenden gezielt für Drehorte aus Film und Fernsehen. Jeder fünfte internationale Besucher gibt sogar an, dass Filme seine Reiseplanung beeinflusst haben. Ein Trend, der inzwischen einen eigenen Namen hat: „Set-Jetting“.

Von Kalifornien bis zum Mittleren Westen
Viele der bekanntesten Oscar-Filme leben nicht nur von ihren Geschichten, sondern auch von ihren Schauplätzen. In Los Angeles etwa verbindet sich Filmgeschichte mit der Gegenwart: Die Küste von Venice Beach wurde durch Barbie zum farbenfrohen Setting, während La La Land Orte wie das Griffith Observatory in ikonische Filmkulissen verwandelte.
Ganz anders wirkt der amerikanische Südwesten: Das Monument Valley Navajo Tribal Park steht in Nomadland für Weite, Einsamkeit und die stille Kraft der Landschaft – und gehört längst zu den symbolträchtigsten Orten des amerikanischen Westens.

Geschichte, Roadtrips und Alltagskultur
Auch abseits der großen Metropolen zeigt sich die filmische Vielfalt. In Savannah prägt der historische Chippewa Square bis heute die Erinnerung an Forrest Gump. In Austin wird mit Boyhood ein ganzes Jahrzehnt Alltagsleben sichtbar – gedreht in realen Vierteln, Parks und Schulen.
Und selbst klassische Roadtrip-Filme haben ihre Spuren hinterlassen: Rain Man führte quer durch die USA, mit Stationen in Kentucky, die bis heute besucht werden können.

Großstadt, Popkultur und Ikonen
In Chicago verwandelte The Dark Knight die Innenstadt in Gotham City, während Home Alone die Vororte zur Kulisse eines modernen Weihnachtsklassikers machte. An der Ostküste gehört die Treppe des Philadelphia Museum of Art dank Rocky längst zu den bekanntesten „Filmspots“ der Welt.
Zwar kein Oscar-nominierter oder gar -ausgezeichneter Film, dafür aber ein persönlicher Liebling des Autors: Der Boardwalk von Santa Cruz in Nordkalifornien spielte eine Hauptrolle im 80er-Jahre-Vampirstreifen The Lost Boys, der nun übrigens sogar auch am Broadway für Aufsehen sorgt.

Mehr als nur Kulisse
Was all diese Orte verbindet: Sie sind keine reinen Drehorte, sondern echte Reiseziele mit eigener Identität. Genau darin liegt der Reiz. Wer heute nach Kalifornien, New York oder in den Südwesten reist, bewegt sich nicht nur durch Landschaften, sondern durch Bilder, die sich längst ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben.
Ein Trend, der bleibt
Für Roadtrip-Reisende ist „Set-Jetting“ mehr als nur ein kurzer Hype. Es ist eine neue Art zu reisen: Orte nicht nur zu sehen, sondern sie im Kontext von Geschichten zu erleben. Vielleicht einfach mal wieder ein paar Klassiker schauen und parallel eine Wunschliste erstellen. Dann die Punkte auf der Karte verbinden – und fertig ist der Roadtrip!
Allen Cineasten mit Reiseambitionen empfehle ich übrigens den Blog und die Socials unserer geschätzten Kollegin von www.filmtourismus.de.

