Zwischen den Fossilienklippen von Nova Scotia, den gewaltigen Gezeiten der Bay of Fundy und den rauen Küsten Neufundlands entsteht eine neue Reiseroute mit großer Strahlkraft: Der Atlantic Canada UNESCO Tourism Corridor soll künftig 13 UNESCO-Standorte in den atlantischen Provinzen miteinander verbinden – und Reisenden eine klar strukturierte Entdeckungsroute durch einige der bedeutendsten Natur- und Kulturlandschaften Kanadas bieten.

Investition in UNESCO-Tourismuskorridor am Atlantik
Mitte Februar kündigte die kanadische Regierung eine Investition in Höhe von rund CA$ 309.500 an, um dieses Netzwerk offiziell aufzubauen. Federführend ist die Fundy Biosphere Region in Nova Scotia. Ziel ist es, UNESCO-Biosphärenreservate, Global Geoparks und Welterbestätten erstmals in einem gemeinsamen touristischen Korridor zu bündeln – inklusive abgestimmtem Marketing, Erlebnisangeboten und nachhaltiger Entwicklung.

13 UNESCO-Stätten zwischen Nova Scotia und Newfoundland
Für Reisende klingt das zunächst technisch. In der Praxis bedeutet es jedoch vor allem eines: Orientierung. Wer künftig durch Atlantik-Kanada reist, kann UNESCO-Stätten gezielt wie Perlen auf einer Kette ansteuern – von Nova Scotia über New Brunswick bis nach Newfoundland and Labrador.
Zu den bekanntesten Stationen gehören:
- Joggins Fossil Cliffs – eine der weltweit bedeutendsten Fossilienfundstellen mit 300 Millionen Jahre alten Spuren früherer Landwirbeltiere.
- Stonehammer UNESCO Global Geopark – Kanadas erster UNESCO-Global-Geopark rund um Saint John mit spektakulären Felsformationen.
- Fundy Biosphere Region – Teil der legendären Bay of Fundy mit den höchsten Gezeiten der Welt.
- Gros Morne National Park – UNESCO-Welterbe mit dramatischen Fjorden und geologischer Weltklasse.
- L’Anse aux Meadows – einzige gesicherte Wikingersiedlung Nordamerikas.
Auch Kulturlandschaften wie die Grand-Pré-Region sowie das UNESCO-Biosphärenreservat Bras d’Or Lake gehören zur Route.
Was diese Orte verbindet, ist nicht nur das UNESCO-Label, sondern auch die Idee nachhaltiger Entwicklung: Schutz, Bildung und regionale Wertschöpfung gehen Hand in Hand.

Roadtrip statt Einzelbesuch
Gerade für Individualreisende und Camper eröffnet der neue Korridor spannende Möglichkeiten. Atlantik-Kanada ist ohnehin wie gemacht für Roadtrips: Küstenstraßen, Leuchttürme, Fischerdörfer und viel Weite.
Der UNESCO-Korridor schafft nun einen roten Faden. Eine mögliche Route könnte so aussehen:
Start in Halifax, weiter zu den Fossilienklippen von Joggins, über die Bay of Fundy nach New Brunswick mit Stonehammer Geopark und Fundy Biosphere Region. Danach per Fähre oder Flug nach Newfoundland, wo Gros Morne National Park und L’Anse aux Meadows die Reise krönen.
Jede Etappe erzählt eine andere Geschichte: von der Entstehung der Kontinente über die Kultur der Mi’kmaq und Acadians bis zur nordischen Expansion im 11. Jahrhundert.

Nachhaltiger Tourismus im Fokus
Hinter dem Projekt steht mehr als Tourismusmarketing. Die beteiligten Provinzen wollen die Zusammenarbeit stärken und regenerative Ansätze fördern – also den Tourismus, der Natur und Gemeinschaften nicht nur schont, sondern aktiv stärkt.
Die Fundy Biosphere Region betont, dass UNESCO-Stätten weltweit als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung gelten. Der neue Korridor soll genau diese Philosophie sichtbar machen – durch Schulungen, Kooperationen mit lokalen Anbietern und gezielte Besucherlenkung.
Für Reisende bedeutet das: mehr Hintergrundinformationen, eine bessere Vernetzung von Erlebnissen und authentische Begegnungen – etwa mit indigenen Gemeinschaften, Geologen oder lokalen Guides.

Warum sich Atlantik-Kanada jetzt besonders lohnt
Atlantik-Kanada hatte bereits 2025 ein Rekordjahr im Tourismus – nicht zuletzt, da die geopolitische Lage viele Touristen nach Kanada statt in die USA verschlug. Der neue UNESCO-Korridor soll diesen Schwung nutzen und zugleich qualitativ wachsen.
Wer hier unterwegs ist, erlebt:
- Gezeitenunterschiede von bis zu 16 Metern in der Bay of Fundy
- 300 Millionen Jahre alte Fossilien
- Fjorde und Tafelberge in Gros Morne
- Wikinger-Geschichte am nördlichsten Zipfel Neufundlands
- Weite Küstenlandschaften mit wenig Verkehr und viel Natur
Anders als klassische „Bucket List“-Ziele sind viele dieser Orte selbst in der Hochsaison vergleichsweise ruhig. Das macht sie besonders attraktiv für Reisende, die Weite und Authentizität suchen.

Ein Korridor mit Zukunft
Der Atlantic Canada UNESCO Tourism Corridor ist die erste Initiative in Kanada, die drei Arten von UNESCO-Auszeichnungen – Biosphärenreservate, Global Geoparks und Welterbestätten – in einer gemeinsamen Route verbindet. Destination Canada,
die nationale Tourismusmarketing-Organisation, hatte die strategische Grundlage bereits erarbeitet; nun folgt die konkrete Umsetzung.
Für Urlauber entsteht damit nicht nur eine thematische Route, sondern eine Einladung, Atlantik-Kanada als zusammenhängende Erlebnisregion zu begreifen.
Wer also eine Reise plant, die Naturwunder, Geschichte und Kultur miteinander verbindet, findet hier künftig eine klar strukturierte Landkarte – und vielleicht die überzeugendste Antwort auf die Frage, warum sich der weite Weg an Kanadas Ostküste lohnt.
Denn selten liegen 300 Millionen Jahre Erdgeschichte, lebendige Kultur und spektakuläre Küsten so nah beieinander.
Mehr Informationen zum UNESCO-Korridor an der kanadischen Ostküste auf der Seite von Destination Canada.

Hier sind alle derzeitigen UNESCO-Stätten in Atlantik-Kanada:
Bras d’Or Lake Biosphere Reserve
Cliffs of Fundy UNESCO Global Geopark
Discovery UNESCO Global Geopark
Joggins Fossil Cliffs World Heritage Site
L’Anse aux Meadows National Historic Site
Landscape of Grand Pré World Heritage Site
Mistaken Point World Heritage Site
Old Town Lunenburg World Heritage Site
Red Bay Basque Whaling Station World Heritage Site


