Saskatchewan: Rückkehr der Bisons nach Wanuskewin

23. Jan. 2020 | Allgemein, Kanada, News

Ein Besuch im Wanuskewin Heritage Park außerhalb von Saskatoon in Saskatchewan bietet einen Einblick in die mehr als 6.000 Jahre lange lokale Geschichte der indigenen Ureinwohner. Neben archäologischen Ausgrabungen, einem Museum und wechselnden Kunstausstellungen gibt es ein Restaurant sowie mehrere Wanderwege durch die Prärie. Der Wanuskewin Heritage Park ist nach wie vor ein wichtiger kultureller Ort für die Ureinwohner – ganzjährig finden hier Feierlichkeiten und Veranstaltungen statt, und der Park ist auch eine wichtige Forschungs- und Bildungseinrichtung.

© Wanuskewin

Anfang 2020 kehrte eine Herde Präriebisons nach Wanuskewin ins Opimihaw Valley in der nördlichen Prärie Saskatchewans zurück, wo einst ihre natürliche Heimat war. Während die Präriebisons noch vor 200 Jahren zu Millionen durch die weiten Graslandschaften der Region zogen, verschwanden sie hier als Folge einer intensiven Bejagung nach der Kolonialisierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahezu vollständig von der Bildfläche. Die neue Herde wurde nun auf dem Gelände von Wanuskewin angesiedelt, einer kulturhistorischen und spirituellen Stätte der nördlichen Prärie-First Nations, die sich seit mehr als 6.400 Jahren an diesem Ort versammelten.

Dank einer Partnerschaft mit Parks Canada wurden bereits im Dezember 2019 sechs weibliche Kälber aus dem Grasslands National Park im Südwesten Saskatchewans nach Wanuskewin gebracht. „Dies war schon immer das Land des Bisons“, so Dr. Ernie Walker, Mitbegründer und Chefarchäologe von Wanuskewin. Die Neuzugänge seien der Start einer „Erhaltungsherde“, die, wie Walker erklärt, genetisch so nah wie möglich an die ursprünglichen Präriebisons herankommt. Die neue Herde wurde durch fünf Tiere aus den USA ergänzt, einen ausgewachsenen Bullen und vier trächtigen Weibchen, die sich schnell der Gruppe aus dem Grasslands National Park anschlossen. Schon im kommenden Frühjahr wird es den ersten Bison-Nachwuchs geben.

© Tourism Saskatchewan/Chris Hendrickson Photography

Wanuskewin verfügt über fast 4,5 Quadratkilometer Land, auf denen sich die Bisons saisonal über drei Weiden bewegen können. Diese Anordnung ermöglicht die Regeneration der einheimischen Gräser und bietet ausreichend Fläche für bis zu 50 Tiere. Die Bisons in Wanuskewin sind keine freilaufende Herde, sie haben aber dennoch genügend Platz zum Manövrieren. „Das Wachstum der Herde wird Zeit brauchen und eine durchdachte und sinnvolle Herangehensweise erfordern“, fügt Walker hinzu. „Dies geschieht in einer Weise, die sowohl die Umwelt als auch die Traditionen und Spiritualität der Ureinwohner respektiert.“

Die Rückkehr der Bisons ist ein monumentales Kapitel in der Geschichte, in dem Besucher seit jeher durch Tanzdarbietungen, Ausstellungen indianischer Kunst und Mitmachprogramme einen hautnahen Einblick in die indigene Kultur erhalten und im Wanuskewin Restaurant ein kulinarisches Erlebnis der indigenen Küche genießen können. Wanuskewin gehört zu Kanadas National Historic Sites und erwartet seine Ernennung als UNESCO-Weltkulturerbe.

Weitere Infos unter www.wanuskewin.com und www.tourismsaskatchewan.com

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