Nevada – wo E.T. auf ungezähmte Wildnis trifft

20. Juli 2026 | Allgemein, Highlight, Reiseberichte, USA

Text und Fotos: Norbert Eisele-Hein

Für die meisten beginnt und endet Nevada in Las Vegas. Und ja, die Stadt der Sünde ist für sich genommen schon eine Reise wert. Doch der „Silver State“ hat weit mehr zu bieten: gewaltige Wüstenlandschaften, schneebedeckte Viertausender, Cowboys und Goldgräbergeschichten, skurrile Kunst, verlassene Minenstädte – und natürlich jede Menge Geschichten über Außerirdische. Zehn Themenhighways verbinden all das zu einem Roadtrip, der Nevada von einer ganz anderen Seite zeigt.

Wohnmobil vor dem E.T. Fresh Jerky am Extraterrestrial Highway in Nevada nahe Area 51.
Entlang des legendären Extraterrestrial Highway gehört ein Stopp bei „E.T. Fresh Jerky“ in Hiko fast schon zum Pflichtprogramm. Zwischen Wüstenlandschaft, UFO-Geschichten und Area-51-Mythen zeigt sich Nevada hier von seiner skurrilen Seite © Norbert Eisele-Hein

Vom Großstadtdschungel ins Tal des Feuers

500 Müslisorten, 70 verschiedene Milchvarianten – laktosefrei, Mandel, Hafer, Soja, dazu unzählige Fettstufen. Bis zum Albertsons-Supermarkt hatten wir alles im Griff. Das Wohnmobil ist übernommen, das Navi mit dem Valley of Fire gefüttert, Countrymusik läuft im Radio. Eigentlich könnten wir längst unterwegs sein. Doch plötzlich stehen wir zwischen den Regalreihen und fragen uns, was wir für die nächsten Tage wirklich brauchen. Im Nationalpark wird es weder Restaurants noch einen vernünftigen Supermarkt geben.

Wohnmobil vor dem New York-New York Hotel am Las Vegas Strip.
Start eines epischen Roadtrips zwischen den Themenhotels und dem Trubel des Las Vegas Strip © Norbert Eisele-Hein

Als wir schließlich wieder im Camper sitzen, schlägt das Navi eine andere Route vor als geplant. Statt direkt zum Valley of Fire führt es uns über die Northshore Road durch die Lake Mead National Recreation Area. Anfangs ärgern wir uns über den Umweg, doch schon wenig später sind wir froh darüber. Zwischen den kargen Bergen glitzert plötzlich der bis zu 185 Kilometer lange Lake Mead. Der tiefblaue Stausee entstand 1936 mit dem Bau des Hoover Dam und versorgt bis heute weite Teile des Südwestens mit Wasser und Strom. Wir folgen der geschwungenen Straße entlang der zerklüfteten Ufer. Hinter jeder Kuppe öffnet sich ein neuer Blick auf Buchten, rot schimmernde Felsen und das smaragdgrüne Wasser. Irgendwo dort draußen verläuft bereits die Grenze zu Arizona. Aus dem vermeintlichen Umweg wird der perfekte Auftakt dieser Reise.

Am Osteingang des Valley of Fire steht die Sonne schon tief. Ihr warmes Licht lässt den Elephant Rock förmlich aufglühen. Wenige Schritte später stehen wir zwischen versteinerten Bäumen, bizarren Sandsteinformationen und den Seven Sisters, einer Gruppe mächtiger Monolithen, die wie zufällig in der roten Landschaft verteilt stehen. Entlang der Mouse’s Tank Road entdecken wir jahrtausendealte Petroglyphen der frühen Bewohner dieser Region. Am Rainbow Vista wirft ein natürlicher Steinbogen einen herzförmigen Schatten auf den Fels, während sich eine Herde Desert Bighorn Sheep scheinbar mühelos über die steilen Hänge bewegt. Spätestens jetzt verstehen wir, warum Hollywood immer wieder hierher zurückkehrt. Szenen aus Total Recall, Star Trek Generations und zahlreichen Western entstanden zwischen diesen Felsen. Doch keine Filmkulisse wird der Stimmung gerecht, wenn das Abendlicht die Landschaft langsam in immer tiefere Rottöne taucht.

Eigentlich möchten wir den Tag noch an der berühmten Fire Wave ausklingen lassen. Doch ein Ranger hebt entschuldigend die Hand. “In ein paar Minuten geht die Sonne unter. Dann müssen alle den Park verlassen oder auf ihrem Campingplatz sein.” Für uns beginnt damit ein völlig anderer Nevada-Abend als geplant.

Wohnmobil auf dem Arch Rock Campground im Valley of Fire State Park in Nevada.
Der Arch Rock Campground im Valley of Fire State Park gehört zu den schönsten Campingplätzen Nevadas. Wer hier übernachtet, erlebt die spektakulären Sandsteinformationen in der Morgen- und Abendsonne – lange nachdem die Tagesbesucher den Park verlassen haben © Norbert Eisele-Hein

Begegnungen der dritten Art

Eigentlich wollten wir den Abend im Valley of Fire verbringen. Stattdessen landen wir auf Empfehlung des Rangers an einem Truckstop an der Interstate 15 – mitten in der Moapa River Indian Reservation.

Schon von Weitem weist ein Lichtermeer den Weg. Dazwischen steigen immer wieder Feuerwerksraketen in den Himmel. Der Ort wirkt wie eine kleine Parallelwelt: Baumarkt, Feuerwerkshandel mit riesigem Vorführgelände, Liquor Store und eine endlose Reihe von Zapfsäulen, an denen mächtige Trucks auf ihren nächsten Einsatz warten. Rund um die Uhr dröhnt AC/DC aus den Lautsprechern der Sanitäranlagen. In der einfachen Truckerkneipe gibt es große Burger, Steaks und Frühstück nach Cowboy-Art – Eier, Speck und einen ordentlichen Berg Bratkartoffeln. Die Trucker mustern unser vergleichsweise kleines Wohnmobil mit einem milden Lächeln. Wir schlafen kostenlos zwischen den Sattelzügen. Glamour sieht anders aus. Authentischer kann ein Roadtrip kaum beginnen.

Straßenschild des Extraterrestrial Highway (Nevada State Route 375) in Nevada.
Der Extraterrestrial Highway. Die legendäre Straße führt durch einsame Wüstenlandschaften entlang der sagenumwobenen Area 51 und zählt zu den ungewöhnlichsten Roadtrip-Routen der USA © Norbert Eisele-Hein

Am nächsten Morgen folgen wir dem US 93 nach Norden. Die Landschaft verändert sich kaum, dafür wird sie immer einsamer. Joshua Trees stehen wie stachelige Wachposten in der Ebene, dahinter ziehen sich endlose Bergketten bis zum Horizont. Irgendwo hinter ihnen beginnt eines der geheimnisvollsten Gebiete der Vereinigten Staaten: die Nellis Air Force Range mit der legendären Area 51. Seit Jahrzehnten ranken sich Verschwörungstheorien um diesen Landstrich. Kernwaffentests, streng geheime Militärprojekte und zahllose UFO-Sichtungen machten ihn weltberühmt. Dass hier einst der Tarnkappenbomber F-117 getestet wurde, hat viele Gerüchte nie verstummen lassen. “Seit ich denken kann, dreht sich hier alles um E.T.”, erzählt Christy Lamb und lacht. In ihrem Laden E.T. Fresh Jerky verkauft sie Trockenfleisch in allen erdenklichen Varianten – und natürlich alles, was irgendwie mit Außerirdischen zu tun hat.

Alien Research Center mit Alien-Figur am Extraterrestrial Highway nahe Area 51 in Nevada.
Das Alien Research Center am Extraterrestrial Highway ist eine der bekanntesten Fotokulissen rund um die sagenumwobene Area 51. Die skurrile Attraktion greift den UFO-Mythos auf, der Nevada seit Jahrzehnten prägt © Norbert Eisele-Hein

Ein paar Meilen weiter weist bereits ein riesiger silberner Außerirdischer den Weg zum Alien Research Center. Der gewaltige Hangar ist vollgestopft mit Figuren, Souvenirs und skurrilen Erinnerungsstücken. Man könnte darüber schmunzeln. Oder sich einfach darauf einlassen. Genau das ist Nevada: Zwischen endloser Wildnis und Militärsperrgebiet wirkt selbst das Unwahrscheinliche plötzlich gar nicht mehr so abwegig.

Doch kaum lassen wir den winzigen Ort Rachel und den Extraterrestrial Highway hinter uns, verschwindet der Alien-Kult so abrupt, wie er aufgetaucht ist. Vor uns liegen wieder nur Himmel, Asphalt und eine Weite, in der der Verkehr zur Nebensache wird. Jetzt beginnt das Nevada, das die wenigsten zu sehen bekommen.

Einsame Straße durch farbige Felslandschaft in Nevada.
Im Valley of Fire wird das simple Befahren der Parkstraße schon zum Gedicht © Norbert Eisele-Hein

Durch die große Leere

Kaum liegt der Extraterrestrial Highway hinter uns, verändert sich Nevada erneut. Die Souvenirläden verschwinden, der Verkehr wird spärlicher. Kilometerlang begegnet uns kaum mehr als eine Handvoll Autos. Vor uns zieht sich der US 93 schnurgerade durch eine Landschaft aus kargen Ebenen und langgestreckten Gebirgszügen. Die letzten Joshua Trees verlieren sich am Straßenrand, während am Horizont bereits die schneebedeckten Gipfel des Great Basin National Parks auftauchen. Mit dem fast 4.000 Meter hohen Wheeler Peak überrascht Nevada einmal mehr. Wer hier nur Wüste erwartet, wird eines Besseren belehrt.

Wohnmobil vor schneebedeckten Bergen auf dem US 93 in Nevada.
Hinter dem Extraterrestrial Highway verändert sich Nevada grundlegend. Entlang des US 93 weichen Wüstenebenen schneebedeckten Berggipfeln – ein Vorgeschmack auf den Great Basin National Park mit dem fast 4.000 Meter hohen Wheeler Peak © Norbert Eisele-Hein

Kurz vor Baker ziehen dunkle Gewitterwolken auf und machen unseren Wanderplänen einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen beobachten wir, wie sich Regen und Sonne über den Bergen abwechseln. Selbst das gehört zu Nevada: Das Wetter verändert sich oft schneller als die Landschaft.

Auffällig sind die zahllosen Geweihe entlang der Straßen. Sie schmücken Gartenzäune, Rancheingänge und Hoftore. Manche Besitzer haben daraus ganze Kunstwerke geschaffen – ein ungewöhnlicher Hinweis darauf, wie präsent Wildtiere in dieser abgelegenen Region noch immer sind. Hinter Ely öffnet sich das Land endgültig. Windparks drehen sich über den Hügeln, dazwischen liegen Dutzende Kilometer scheinbar unberührter Landschaft. Irgendwo westlich würde der Highway 50 abzweigen – die berühmte Loneliest Road in America. Angesichts der Leere auf dem US 93 fragen wir uns allerdings, wie eine Straße überhaupt noch einsamer sein kann.

Erst am Sacramento Pass tauchen wieder vereinzelte Gebäude auf. Wenig später erreichen wir West Wendover an der Grenze zu Utah. Die Hitze kehrt schlagartig zurück. Direkt daneben liegen die Bonneville Salt Flats, deren schier endlose Salzfläche schon Kulisse für Rekordfahrten und Filmproduktionen war. Im Historic Wendover Airfield Museum erinnert vieles an die militärische Vergangenheit der Region – und sogar an Hollywood. Vor dem Gebäude steht noch immer das Flugzeug aus Con Air. Von dort folgen wir dem Cowboy Corridor weiter nach Norden. Hinter Elko schlängelt sich eine schmale Bergstraße hinauf zum Angel Lake. Eben noch fuhren wir durch trockene Wüste, jetzt stehen wir zwischen schneebedeckten Dreitausendern. Der Campingplatz ist wegen der späten Schneeschmelze noch geschlossen. Also bleibt uns nur eine Wanderung entlang des Sees, bevor wir am Abend nach Elko zurückkehren.

Historisches Commercial Casino mit Eisbär-Figur in Elko, Nevada.
Das altehrwürdige Commercial Casino gehört zu den markantesten Wahrzeichen von Elko. Der riesige Eisbär erinnert daran, dass Glücksspiele, Westernkultur und skurrile Sehenswürdigkeiten in Nevadas Kleinstädten oft eng beieinanderliegen © Norbert Eisele-Hein

Innerhalb eines Tages haben wir glühende Wüste, Gewitter, schneebedeckte Berge und einsame Highways erlebt. Langsam begreifen wir, dass Nevada sich nicht über einzelne Sehenswürdigkeiten definiert. Sondern über seine Gegensätze. Und genau davon wartet noch mehr.

Gold, Geister und große Geschichten

Hinter Walker Lake begleitet uns das Wetter weiter. Schwarze Wolken ziehen über die Berge, wenig später prasselt Regen auf die Windschutzscheibe, dann reißt der Himmel wieder auf. Fast 350 Kilometer lang scheint uns die Gewitterfront nicht aus den Augen zu lassen. Als wir Tonopah erreichen, ist von der kleinen Siedlung, die hier bis 1900 existierte, kaum noch etwas zu erahnen. Damals entdeckte der Goldsucher Jim Butler eher zufällig silberhaltiges Gestein – und löste einen der bedeutendsten Bergbaubooms Nevadas aus.

Wohnmobil auf einsamem Highway unter einer dunklen Gewitterfront in Nevada.
Dramatische Gewitterwolken begleiten den Roadtrip durch Zentral-Nevada. Zwischen Walker Lake und Tonopah wechseln sich Sonne, Starkregen und schneebedeckte Berge im Minutentakt ab – ein typischer Wetterumschwung im Great Basin © Norbert Eisele-Hein

„Bis 1921 wurden hier Gold, Silber, Kupfer und Blei im heutigen Gegenwert von rund zwei Milliarden Dollar gefördert”, erzählt Museumspädagogin Grace im Historic Mining Park. Mit dem Reichtum kamen Glücksritter, Geschäftsleute und zwielichtige Gestalten. Bars und Bordelle schossen aus dem Boden. Tonopah wurde zu einer der schillerndsten Boomtowns des Westens. Vom ehemaligen Bergwerk schweift der Blick über die Stadt bis hinaus zum Highway. Grace zeigt auf ein altes Gebäude im Zentrum. „Dort unten wurde gespielt und getrunken. Oben arbeiteten die Damen des Hauses.” Heute ist daraus ein Hotel geworden. Und genau dort verbringen wir die Nacht.

Historisches Mizpah Hotel in Tonopah, Nevada, mit klassischer Neonreklame.
Das historische Mizpah Hotel in Tonopah gilt als eines der berühmtesten Spukhotels der USA. Der Legende nach soll die „Lady in Red“ noch heute durch die Flure des traditionsreichen Hauses wandern © Norbert Eisele-Hein

Das Mizpah Hotel gehört zu den berühmtesten Spukhotels der USA. Der Legende nach soll die “Lady in Red”, eine vor über hundert Jahren ermordete Frau, noch immer durch die Flure wandern. Ob man an Geister glaubt oder nicht – die schweren Kronleuchter, historischen Möbel und knarrenden Holzböden liefern jedenfalls die passende Kulisse. Wer es noch etwas schräger mag, findet nur wenige Straßen weiter das Clown Motel. Mehr als 3.000 Clownfiguren bevölkern Zimmer, Flure und die Lobby. Direkt daneben liegt der historische Friedhof der ehemaligen Minenarbeiter. Eine Kombination, die je nach Humor entweder skurril oder ziemlich unheimlich wirkt.

Wohnmobil vor historischen Bergbauanlagen im Tonopah Historic Mining Park in Nevada.
Fördergerüste, Maschinen und Abraumhalden erinnern in Tonopah an den Silberboom, der die einstige Wüstensiedlung Anfang des 20. Jahrhunderts zu einer der bedeutendsten Bergbaustädte Nevadas machte. Heute erzählt der Tonopah Historic Mining Park die Geschichte dieser Ära © Norbert Eisele-Hein

Am nächsten Morgen scheint die Sonne wieder. Nur wenige Kilometer südlich wartet bereits der nächste ungewöhnliche Ort. Mitten in Goldfield ragen bunt besprühte Straßenkreuzer senkrecht aus dem Wüstenboden. Im Car Forest dienen alte Autos als Leinwand für immer neue Graffiti. Besucher dürfen selbst zur Spraydose greifen und das ständig wachsende Kunstwerk ergänzen.

Ganz in der Nähe zeigt sich Nevada erneut von seiner eigenwilligen Seite. In der Geisterstadt Rhyolite stehen zwischen den Ruinen überlebensgroße Skulpturen des belgischen Künstlers Albert Szukalski. Menschenähnliche Figuren blicken schweigend über die verlassene Goldgräbersiedlung. Moderne Kunst trifft auf Wildwestgeschichte – ein Gegensatz, der erstaunlich gut funktioniert.

Kaum steigen wir wieder ins Wohnmobil, taucht bereits das nächste Ortsschild auf. Death Valley. Der Name allein genügt, um die Fantasie anzuregen.

Zwischen Hitze und Lichtermeer

Hinter Beatty verlassen wir Nevada für einen kurzen Abstecher nach Kalifornien. Unser Ziel ist das Death Valley – ein Ort, der seinem Namen alle Ehre macht. Schon im Mai klettert das Thermometer auf weit über 40 Grad. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, sollte die Strecke nicht unterschätzen. Viele Vermieter raten in den Sommermonaten sogar von einer Durchfahrt ab. Genügend Trinkwasser, ein kurzer Technik-Check und etwas Respekt vor der Hitze gehören hier einfach dazu. Wir folgen der Straße vorbei an den Mesquite Sand Dunes bis zum Furnace Creek. Selbst nachts sinken die Temperaturen kaum unter 35 Grad. Erst in den frühen Morgenstunden wird das Licht weicher. Vom Zabriskie Point fällt der Blick über eine Landschaft aus gefalteten Hügeln, Felsen und Sand, die tatsächlich an ein versteinertes Meer erinnert.

Zurück in Nevada überrascht uns der Bundesstaat ein letztes Mal. Während hinter uns noch die flirrende Hitze des Death Valley liegt, zeichnen sich vor uns bereits die schneebedeckten Hänge des fast 3.900 Meter hohen Charleston Peak ab.

Willkommensschild an der Grenze des US-Bundesstaats Nevada.
Das Willkommensschild an der Staatsgrenze markiert den Beginn eines Roadtrips durch einen der abwechslungsreichsten Bundesstaaten der USA – von schneebedeckten Gipfeln bis zu einsamen Wüstenstraßen © Norbert Eisele-Hein

Bevor wir nach Las Vegas zurückkehren, legen wir noch einen letzten Stopp im Red Rock Canyon ein. Die farbig gestreiften Sandsteinfelsen bilden einen würdigen Abschluss unserer Reise. Schon der Scenic Loop Drive lohnt den Abstecher, noch eindrucksvoller wird die Landschaft auf einer Wanderung durch die Calico Hills oder hinauf zum Turtlehead Peak. Zwischen den Felsen begegnen uns immer wieder Wüstenschildkröten, die gemächlich ihren Weg über Wanderpfade und Straßen suchen.

Eingang zum Red Rock Canyon National Conservation Area bei Las Vegas.
Nur wenige Kilometer vor Las Vegas überrascht der Red Rock Canyon mit leuchtend roten Sandsteinfelsen, spektakulären Wanderwegen und einer Landschaft, die kaum an die Glücksspielmetropole nebenan erinnert © Norbert Eisele-Hein

Nur wenig später verändert sich die Welt erneut. Die Einsamkeit der Wüste weicht den Hoteltürmen von Las Vegas. Milliarden Lichter ersetzen den Sternenhimmel der vergangenen Nächte. Doch statt direkt an die Spieltische zieht es uns noch einmal zur Kunst. Durch die Fremont Street mit ihren Wandgemälden, ins Neon Museum mit den Leuchtreklamen vergangener Jahrzehnte und schließlich hinaus zu den Seven Magic Mountains. Die sieben farbig gestapelten Felstürme des Schweizer Künstlers Ugo Rondinone wirken wie der perfekte Schlusspunkt dieser Reise. Vor wenigen Tagen standen wir noch zwischen roten Felsen, Cowboys und endlosen Highways. Dazwischen begegneten wir Goldgräbern, Geistergeschichten, Außerirdischen und einigen der einsamsten Straßen Amerikas.

Die meisten Besucher erleben Nevada nur rund um Las Vegas herum. Dabei beginnt das eigentliche Abenteuer oft erst dort, wo die Lichter der Stadt im Rückspiegel verschwinden.


Infos

Roadtrip-Planung:
www.travelnevada.de/road-trips/ – Die zehn Themenhighways Nevadas mit Routenvorschlägen, Karten, Campingplätzen, National- und State Parks sowie vielen weiteren Tipps lassen sich flexibel zu individuellen Roadtrips kombinieren.

Wohnmobil:
www.roadsurfer.com – Moderne, sparsame Camper in verschiedenen Größen. Frühzeitig in Deutschland buchen, besonders für Reisen im Frühjahr und im Herbst.

Mehrere Roadsurfer-Wohnmobile auf einem Parkplatz in den USA.
Roadsurfer bietet in den USA verschiedene kompakte Wohnmobile für Roadtrips durch Nevada an. Eine frühzeitige Buchung empfiehlt sich besonders für Reisen im Frühjahr und Herbst © Norbert Eisele-Hein

Anreise:
Direktflüge nach Las Vegas gibt es je nach Saison ab etwa 600 Euro.

Beste Reisezeit:
April, Mai, September und Oktober bieten angenehme Temperaturen für Roadtrips. Im Hochsommer können in den Wüstenregionen Temperaturen von deutlich über 40 Grad erreicht werden.

Einreise:
Für die USA ist eine gültige ESTA-Genehmigung oder ein Visum erforderlich. Informationen und Antrag unter www.esta.cbp.dhs.gov.

National- und State Parks:
Aktuelle Informationen, Eintrittspreise und Reservierungen unter www.nps.gov (National Parks) sowie www.parks.nv.gov (Nevada State Parks). Viele Visitor Center bieten kostenloses Kartenmaterial sowie persönliche Tipps der Ranger.

Route:
Las Vegas – Lake Mead – Valley of Fire – Alamo – Caliente – Pioche – Baker – Ely – West Wendover – Elko – Winnemucca – Reno – Lake Tahoe – Yerington – Tonopah – Beatty – Death Valley (Kalifornien) – Pahrump – Red Rock Canyon – Las Vegas (ca. 2.500 km).

Das beleuchtete „Welcome to Fabulous Las Vegas“-Schild in der Abenddämmerung am südlichen Strip in Las Vegas, Nevada.
Das berühmte „Welcome to Fabulous Las Vegas“-Schild markiert für viele Reisende den Anfang – oder das Ende – eines Roadtrips durch Nevada © Norbert Eisele-Hein

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